Kinderchor Schwarzwald

Kinderchor St. Peter

Kinderchorgründung trotz Pandemie!

Als Kooperation zwischen Männergesangverein und Grundschule in St. Peter im Schwarzwald konzipiert, verzögerte der Ausbruch der Pandemie die ersten Proben um ein halbes Jahr. Im September 2020, endlich, sangen 18 Kinder bei schönstem Wetter „Freude, schöner Götterfunken“ und „Es ist Sommer“ von den Wise Guys. Dank einer Förderung vom Bundesmusikverband Chor & Orchester E.V. (“Musik vor Ort“-Programm) planen wir im badischen “Himalaya” ein Kinderchorfest vom 29. bis 31. Juli 2021. Hier wollen wir für Mündiges Musizieren in der Region werben: https://www.deutsche-chorjugend.de/programme/kinderchorland/impulse-fuer-die-praxis 

Sankt Peter Schwarzwald

Männergesangverein St. Peter Schwarzwald

Der Männergesangverein St. Peter im Schwarzwald feiert 2024 sein 150-jähriges Bestehen. Entsprechend tief ist der Chor im Dorfleben verwurzelt. Sieben von insgesamt 14 festen Auftrittsterminen im Jahr finden in der imposanten Klosterkirche in St. Peter bzw. in der Pilgerkirche auf dem Lindenberg statt. Die musikalischen Highlights des Jahres sind das Open-Air-Konzert am letzten Samstag im Juli und das Adventskonzert am 2. Advent. Neben so schönen Advents-Klassikern wie “Hymne an die Nacht”  und “Wachet auf” konnten wir zuletzt auch “De profundis” von Arvo Pärt aufführen. 
 
Nach acht intensiven Lehrjahren in Budapest, in denen ich die osteuropäische Volksmusik lieben gelernt habe, widme ich mich jetzt, im Rahmen meiner Chorleitertätigkeit, nicht zuletzt dem alemannischen und deutschsprachigen Volksliedgut. Um es mit den Worten des ungarischen Musikethnologen Béla Bartók zu sagen (1928): Die glücklichsten Tage meines Lebens habe ich in Dörfern, unter Bauern verbracht…”
Pink & Blue

Pink & Blue

Seit ich Florian kenne, gibt es keine musikalisch-künstlerische Idee, die ich nicht mit ihm diskutiere. Es ist der pure Luxus, dass wir nur wenige Gehminuten voneinander entfernt wohnen. So kriegen wir unsre Familien, unsre Berufe und wöchentlich zwei Proben unter einen Hut.

Aktuell spielen wir ein Programm mit Kompositionen von Bach bis Nils Frahm – auf diversen Tasteninstrumenten. Kurzum, wir teilen diese von Delirium, Ekstase, symbolischen Ordnungen und inter-intelligenten Resonanzen durchdrungenen Klangbotschaften.
 
“Durch Kammermusik kommen Menschen zur Welt; in ihr nur lernen sie, dass Hinhören auf die andere Stimme die Voraussetzung dafür ist, selber etwas zu spielen zu haben.”
(P. Sloterdijk, Sphären 1, Kapitel 7)
Sankt Peter Schwarzwald

Chorgemeinschaft Titisee - Jostal -Hinterzarten

Die Chorgemeinschaft umfasst geographisch zwei touristische Hochburgen: das „Playa del Carmen“ des Hochschwarzwalds, den Titisee, und das bei Skisportlern beliebte Hinterzarten. Entsprechend singt die Chorgemeinschaft vorwiegend für Touristen; an mindestens 9 Terminen im Jahr sind die Sänger im Kurhaus in Hinterzarten zu hören.

Das Highlight des Veranstaltungskalenders wird allerdings von den Sängern aus Eckbach-Jostal gestemmt: die Jostäler Freilichtspiele. Sie finden inzwischen bei der Öhlermühle von 1772 in Jostal statt und locken alle drei bis vier Jahre zahlreiche Gäste in das abgelegene, urige Tal. http://www.jostaeler-freilichtspiele.de/

2020 feiern die Chöre aus Titisee und Jostal ihr 100-jähriges  Bestehen. Hinterzarten wird 50. Die Jubiläums-Feier wird aufgrund der Corona-Pandemie voraussichtlich 2021 stattfinden. Wir planen einen Bogen über das breite Repertoire der Chorgemeinschaft zu spannen: von Silcher-Klassikern und Trinkliedern wie „Bacchus“ (Schubert) und „Trinklied aus dem Divan“ (Mendelssohn-Bartholdy) über Schwarzwaldperlen bis zu modernen Hits von Hubert von Goisern und den Toten Hosen.

 

Béla Bartóks Volksliedbearbeitungen

Es war der absolute Glücksfall, dass ich Anfang 2005 László Kelemen, Direktor am Haus der Traditionen in Budapest, kennengelernt habe. Unter seiner Anleitung haben die ungarische Volksliedsängerin Ágnes Herczku und ich die Volksliedbearbeitungen von Béla Bartók für Singstimme und Klavier einstudiert. 

Béla Bartók war ein osteuropäischer Humboldt der Musik, der das Bauernlied zur Kunstform und zur Wissenschaft zugleich erhob. Inzwischen gibt es an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest eine eigene Fakultät für den Bereich Volksmusik. Und die einstigen Bauernlieder und -tänze sind Teil der städtischen Kulturszene in Ungarn – als würden Jugendliche in Deutschland Kuckuckspolka und Siebenschritt auf ihren Partys tanzen.
 
Die Zusammenarbeit mit Ágnes Herczku und Volksmusikern aus dem Haus der Traditionen mündete in etliche wunderbare Konzerterlebnisse: z.B. in Delhi 2008 oder im Palast der Künste in Budapest 2009. Im September 2016 fand sie ihren Höhepunkt in einem Jubiläumskonzert im Großen Saal der Franz Liszt Musikakademie in Budapest. Titel des Konzertes war – in Reminiszenz auf seine Bedeutung als Musikethnologe – “Bartók kivirágzott fái”: auf deutsch “Béla Bartóks erblühte Gärten”.
Péter Esterházy

Harmonia Caelestis: ein Happening (2010, Budapest)

Der ungarische Autor Péter Esterházy (1950-2016) hat diesen Roman dem Leben der Adelsfamilie Esterházy gewidmet. Der erste Teil besteht aus 371 nummerierten Sätzen, deren Hauptfigur ein wandelbarer „Mein Vater“ ist. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Enteignung der aristokratischen Familie Esterházy durch die Kommunisten, mit dem „Graf von Nichts“.

Gemeinsam mit einigen meiner Kommilitonen an der Andrássy Universität in Budapest – Fabienne Gouverneur, Patrick Jajko, Orsolya Lenárt, Ali Hocaoglu und Zoltán Tamássy – organisierte ich am 10. Mai 2010 eine Lesung und Ausstellung zu diesem Roman. Der Autor selber erschien zur Lesung – in Socken, da wir den schillernden Andrássy-Saal in einen kathartischen Literaturtempel verwandelt hatten. Der ungarische Artikel in der Tageszeitung „Népszabadság“ vom 12.05.2010 – „Esterházy in Socken“ – findet sich hier. 

Im Zentrum unserer Ausstellung zum Roman waren Texte, die Studenten, Dozenten und Mitarbeiter der Universität verfasst hatten. Sie begannen mit den Worten „Mein Vater“ und erzählten, teils anonymisiert, auf höchstens einer Seite die jeweils eigene Familiengeschichte im Kontext des Kommunismus in Mitteleuropa:

Darunter fand sich z.B. ein „Meinvater“, der als jugendlicher Revoluzzer an einem Oktobertag im Jahr 1956 den roten Stern vom Dach seiner Firma abmontierte. Die grauen Herren kamen nachts. Zwei Jahre verbrachte er hierauf in der Andrássy út 60 in Budapest, auch Terrorhaus genannt.

Ein anderer „Meinvater“ war in russischer Gefangenschaft in Sibirien. Erst 1950 kehrte er zurück. Usw….Der Roman öffnet sich, wenn man bereit ist, seinen Ich-Raum mit vielen „Meinvätern“ zu teilen.

„Eure Exzellenz, ich würde es so sagen, bitte schön, die Kommunisten sind hier.“

(2. Buch, Nr. 1)

Duo Koschitzki Djerdj

Duo Blockflöte(n)/Klavier (2000-2008)

Den Blockflötisten und Pianisten Daniel Koschitzki traf ich zu Anfang meines Studiums an der Musikhochschule in Karlsruhe. Wir begegneten uns im Improvisationsseminar des Klangkünstlers Joachim Krebs (1952-2013). Dessen unkonventionelle Art prägte die hierauf folgende langjährige Zusammenarbeit zwischen Daniel und mir.

So hatten wir unseren ersten gemeinsamen Auftritt beim „Palindromfest“ 2001 an der Musikhochschule Karlsruhe. Im selben Jahr begleitete ich Daniel beim Moeck Recorder Competition, was ein Rezital in der Londoner Wigmore Hall (2002) nach sich zog. Es folgte ein 1. Preis beim Kammermusikwettbewerb des Badischen Kulturfonds. 2003 gelangten wir ins Finale des 1. Kammermusik-Förderwettbewerbs „Erst-Klassik“ in Berlin und spielten hierauf etliche Konzerte im In- und Ausland: u.a. beim Viljandi Early Music Festival in Estland, auf der Hanseatic nach Grönland und in Brasilien (2004) sowie beim Schleswig-Holstein-Musikfestival (2007). Auch nahmen wir drei Werke des holländischen Komponisten Chiel Meijering für eine Notenerstausgabe auf CD auf (erschienen 2008).

Unsere Konzertprogramme hießen „Crosslines“ und „Blind Date“ und thematisierten immer wieder das Aufeinandertreffen unterschiedlicher musikalischer Stile: von Klassik über populäre Musik und Folklore.